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Kaffee, heute

Es ist fast unglaublich, aber nach dem Erdöl ist Kaffee weltweit die wichtigste Handelsware. Haupt-Devisenquelle vieler Erzeugerländer, attraktive Steuereinnahmequelle und mit einem jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch von 165 Litern liebstes Getränk - nicht nur - der Deutschen. Weltweit werden Tag für Tag über eine Milliarde Tassen geleert – und Nescafe behauptet, dass davon etwa 25% aus ihrer Produktion stammt (zur Rolle der Konzerne später mehr). Die Produktion von Rohkaffee betrug im Kaffeejahr 2006 - 2007 (01 Oktober 2006 bis 30 September 2007) ca. 120 000 000 Sack zu 60 kg . Mit deren Anbau und Verarbeitung sind weltweit mehr als 25 Millionen Menschen beschäftigt. Den Preis für den Kaffee bestimmen allerdings fast ausschließlich Großkonzerne. Etwa 70 % des weltweiten Kaffeeanbaus wird in kleinbäuerlichen Strukturen (Familienbetrieb mit ca. 1 - 2 Hektar Anbaufläche) erwirtschaftet. Der Rest wird durch Großplantagen erwirtschaftet. Die Reifung der Kaffeekirschen erfolgt über eine Dauer von 2 bis 6 Monaten, die Ernte wird zu 90 % von Hand und somit sehr arbeitsintensiv abgewickelt. Die Anbaufläche von rund zehn Millionen Hektar verteilt sich auf 70 bis 80 Länder. Allerdings erreichen nur 50 davon wirtschaftlich nennenswerte Erntemengen. Heute kommt ca. 63 % der Weltkaffeeernte aus Lateinamerika, 25 % aus Asien und 12 % aus Afrika. Ähnlich wie heute beim Erdöl schlossen sich noch vor dem 2. Weltkrieg die Erzeugerländer zu einem Verbund zusammen, der Exportquoten für die beteiligten Länder festlegte, um so Mindestpreise auf dem Weltmarkt zu sichern. Diese Abkommen wurde mehrmals erneuert, aber 1989 weigerten sich einige Teilnehmer (unter anderem die USA), ein neues Abkommen zu unterzeichnen. Seitdem ist das System der Exportquoten aufgehoben, und die direkte Folge war ein weltweiter Preissturz, der nicht nur zu großer Armut der Kaffeebauern führte (die schon davor nicht reich waren), sondern auch zu bitteren Abhängigkeiten. Die wirtschaftlichen Eckdaten eines einzelnen Kaffeebauern in Mittelamerika sehen ungefähr so aus: Die Pflanzen stehen im Doppelstockanbau (Semi-Forest) in ausgedünntem Regenwald, sodaß die Pflanzen zugleich Licht und Schatten bekommen. Die dazu notwendige Pflege findet über das ganze Jahr statt. Die erste Blüte einer Pflanze entsteht nach 4 bis 5 Jahren, in der Zeit zwischen 10 und 25 Jahren trägt die Pflanze ihre Hochernte von bis zu 1,5 kg je Strauch. Als Näherungswerte können gelten, dass sich aus dem Ernteertrag in der Verrechnung zwischen Körben Kaffeekirschen und Arbeitsaufwand für einen „normalen“ Kaffeebauern ein Stundenlohn von z.B. 6 - 8 mexikanischen Pesos ergibt. Hieraus ergibt sich aus Erfahrung und allerlei Rechnerei: 1 ha Anbaugebiet ergibt 1 Tonne Erntegewicht ergibt 2.000 -3000 US-Dollar Jahresverdienst. Große Sprünge kann man damit so oder so nicht machen. Rechnerische Gegenwerte sind: Aus 100 kg pergamino seco (erste getrocknete Ernte) ergeben sich 85 kg Oro – also die Qualität, von der wir westlichen Kaffeetrinker eigentlich ausgehen, auch wenn es uns nicht bewusst ist. Etwa 80% einer normalen Ernte ergeben diese sogenannte Kategorie Oro oder 1, weitere 10% die Kategorie 2, und weitere 10% die Kategorie 3, von den Indios oft auch Qualitá Nescafe genannt. Die verschiedenen Preisgestaltungen in Deutschland haben nur zum Teil etwas mit der Qualität zu tun: Es ist natürlich ohne weiteres möglich, und Discounter tun das auch, die Kategorien 2 und 3 von „fairem Bio-Kaffee“ zu erwerben, und ohne Etiketten-Schwindel als solchen zu verkaufen. Und wenn man mit einem erfahrenen Röster zusammenarbeitet, kann man damit sogar manchmal ganz gute Produkte herstellen. Es ist nur eben nicht die Qualitá Oro, die – der Kaffeefreund weiß es – erst den richtigen Kick gibt. „Qualität“ bezieht sich dabei auf viele einzelne Erfahrungswerte, die sich zum Teil auf die Pflanze, zum Teil auf das geröstete Produkt beziehen: Die Bohnen sind rein, pergaminfrei, ohne Rückstände und ohne Transportmüll Die Bohnen sind etwa gleich groß, damit sie sich beim Rösten gleich stark verändern Die Bohnen haben eine ideale Größe, welche sich aus Erfahrung ergibt, kleinere oder größere verändern beim Rösten den Geschmack der Charge. Die Wertschöpfung aber bleibt sowieso nicht beim Produzenten, das erwirtschaften andere: Lokaler Aufkäufer (in Lateinamerika Coyote genannt ) – Grosser Coyote – Beneficio Aufbereitung – Exporteur – Schiff – Importeur – Zolllager – Zoll – Europa -Transport – Röster – Staatliche Kaffeesteuer – Transport – Tasse, womit sich einerseits klar ergibt, wo bei „normalem“ Vertrieb das kaufmännische Schwergewicht liegt, und andererseits auch die Grundidee des fairen Vertriebs, der versucht, dieses extreme Ungleichgewicht wenigstens etwas auszugleichen. Die drei wichtigsten Erzeugerländer sind: Brasilien 42 Mil. Sack a 60 KG Jahresproduktion Vietnam 15 Mil. Sack a 60 KG Jahresproduktion Kolumbien 12 Mil. Sack a 60 KG Jahresproduktion Weitere wichtige Produzenten sind Indonesien, Äthiopien, Uganda, Guatemala, Indien und Vietnam mit einer Produktion von 400 000 Sack a 60 kg und mehr Tonnen im Jahr. Es gibt Sorten und Herkunftsländer, die bei Kaffeefreunden spontan allgemeines Gruseln hervorrufen, aber es ebenso Verarbeitungsmethoden, in deren Qualitäten ganze Holzplanken mit zu verrösten sind, ohne dass man es dem Geschmack des Produkts recht anmerken könnte.